Social Media und Social SEO

Social Media / SEO

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Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Social Media? Mit Social Media das Ranking einer Webseite verbessern? Für viele geht das nicht zusammen. Was für ein Irrtum! Social Media wird gerade für SEO immer wichtiger. Zunächst eine Begriffsklärung. Social Media (soziale Medien) – der Überbegriff für Webseiten und Apps, auf denen User Inhalte platzieren, teilen und sich vernetzen können. Content – Text, Bild, Videos – steht dabei im Vordergrund. Das zentrale Merkmal ist die (soziale) Interaktivität der User untereinander. Soziale Medien sind dazu angelegt, Informationen, Wissen, Meinungen schnell zu verbreiten. Dabei ist der User wahlweise Rezipient oder Produzent von Inhalten. Jedermann kann im Zeitalter sozialer Medien Journalist sein, indem er mit Hilfe der sozialen Netzwerke einer breiten Öffentlichkeit Informationen zukommen lässt. Zu den wichtigsten Netzwerken weltweit zählen unter anderem:

  • Facebook
  • Twitter
  • Instagram
  • LinkedIn
  • Xing
  • Pinterest
  • Snapchat
  • VKontakte (Russland)
  • Renren (China)
  • WeChat (China)
  • unzählige Blogs und Foren (eine der ältesten Formen von Online Social Media)

Aktuelle Zahlen zu Facebook, der Nummer 1: Das Netzwerk hat über zwei Milliarden aktive Nutzer monatlich. Täglich kommen rund 1,5 Milliarden Menschen auf die Plattform. Social Media hat das Internet grundlegend verändert – vom Konsum (Web 1.0) zur Teilhabe (Partizipation – Web 2.0): Das Internet als das weltweit wichtigste Kommunikationsinstrument.

Wer sich an diesem Austausch beteiligen will, der muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zunächst muss er sich für eines oder mehrere soziale Netzwerke entscheiden. Oder gar für alle – es kommt immer auf die Ziele an, die man erreichen möchte. Ein evangelischer Pfarrer wurde im Lutherjahr von Studenten der Hochschule Calw interviewt. Eine der Fragen: Martin Luther nutzte neben seinen Vorlesungen ein brandneues Medium – den Buchdruck mit beweglichen Lettern. Auf welche Medien würde Luther heute zurückgreifen?

Die Antwort des Pfarrers: Auf alle Medien, mit denen er Menschen erreichen kann. Martin Luther würde vor allem auf das Internet setzen. Er würde nicht nur Twittern und seine Facebook-Seite pflegen. Ich bin mir ganz sicher – er würde alle ihm zur Verfügung stehenden sozialen Netzwerke nutzen, um eine möglichst große Anzahl an Menschen zu erreichen. Über das Internet hätte sich das Evangelium wie ein Lauffeuer weltweit verbreitet.

Wer teilhaben möchte an der digitalen Interaktion in den sozialen Netzwerken, für den sind Accounts unerlässlich. Hierzu legen sich User oder auch Unternehmen Profile an, die von anderen Usern eingesehen werden können. Oft besteht die Möglichkeit, die Freigabe je nach Besuchergruppe zu reglementieren. Für die Interaktion sind User Accounts in sozialen Netzwerken unerlässlich. Diese Profile enthalten Informationen über den jeweiligen User, wie etwa

  • ein Foto des Users, “Profilbild” genannt,
  • biographische Hinweise wie Alter, Beruf, Absichten, Lebenslauf,
  • Links auf Webseiten des Users und Kontaktmöglichkeiten wie die E-Mail-Adresse, und vieles mehr.

Üblich auf Social Media Channel sind Kontakte, Anhänger und Unterstützer. Sie nennen sich meist Freunde und / oder Follower. Viele soziale Netzwerke bieten die Möglichkeit innerhalb des Netzwerks Gruppe einzurichten und ihnen beizutreten. So können sich allgemein gehaltene Social Media Kanäle innerhalb des Netzwerkes spezialisieren. Einen ähnlichen Effekt haben Hashtags, eine Erfindung von Twitter.

Social Media als Online Marketing Instrument

An dieser Stelle nähern wir uns dem eigentlichen Thema “Social Media und SEO” mit großen Schritten. Social Media ist für Online Marketing sehr interessant. Und zwar aus gleich mehreren Gründen heraus. Marketer können bei großen Netzwerken aufgrund der hinterlegten aktiven Profile sehr zielgerichtet vorgehen, Streuverluste weitgehend vermeiden (Stichwort: Targeting). Eine Trennung von Content und Werbung ist im Social Media Bereich noch nicht klar gezogen. Inbound Marketing zielt darauf ab, dass man von potentiellen Kunden gefunden wird. Voraussetzung dafür sind tolle und informative Inhalte, die gerne konsumiert werden. Inbound Marketing richtet sich direkt an eine Zielgruppe. Der Sender wird zum Experten, die geknüpften Bande machen möglichst viele Rezipienten zu Kunden. Für viele ist Inbound Marketing eine Königsdisziplin. Es ist deutlich Erfolg versprechender als klassisches Outbound Marketing, bei dem Werbebotschaften an den Kunden gesendet werden. Beispiele für Outbound Marketing: Anzeigen in Zeitungen, Bannerwerbung auf Webseiten, Radiowerbung, Beilagen, Postwurfsendungen und Kinowerbung.

PrimSEO Social Media SEO-Tipps: Mit Social Media das Ranking einer Webseite verbessern

Mit Social Media kann man das Ranking einer Webseite verbessern. Waren bis vor ein paar Jahren für ein gutes Ranking nur Keywords und Linkbuilding wichtig, hat sich nach vielen Veränderungen des Google Suchalgorithmus grundlegend geändert. Keywords und Linkbuidling sind nach wie vor wichtig. Suchmaschinen schauen aber weit darüber hinaus. Und bei gleich mehreren Kriterien kommt Social Media ins Spiel.
Google hat die Möglichkeit, die Popularität einer Webseite zu messen und arbeitet ständig an der Verbesserung seines Algorithmus, um Schlupflöcher zu schließen und die Suchergebnisse immer weiter zu verbessern. Google kann präzise feststellen, wie es um die Qualität und Beliebtheit einer bestellt ist.

Beispiele:

  • Wie viele Besucher hat eine Seite? Seitenbesucher?
  • Wie hoch ist die Absprungrate?
  • Woher kommen die Besucher?
  • Wie lange bleiben Besucher auf eine Seite? Ist der Content also relevant oder eher nicht?
  • Ist eine Seite so interessant, dass Besucher immer wieder kommen?
  • Was tut sich auf der Seite?
  • Wird die Webseite gerne weiterempfohlen? Wie und wo wird über die Seite gesprochen?
  • Welche Bandbreite an Content stellt der Webseitenbetreiber zur Verfügung?
  • Welche Kanäle zur Verbreitung der Inhalte werden genutzt?

Der Vorteil von Social Media für die Suchmaschinen: Wenn echte User bereit sind, von ihrem sozialen Netzwerk auf die Webseite zu gehen, um sich eingehender zu informieren, dann spricht das für Relevanz einer Webseite. Für Google sind das Social Signals – Likes, Retweeds, Shares …, weitere Merkmale. Ist der User zudem bereit, die Inhalte einer Webseite zu teilen, dann muss es sich um hochwertigen Content handeln. In beiden Fällen erkennen Google & Co. glaubwürdige Referenzen, die selbstverständlich Auswirkung auf das Ranking einer Seite haben. Der Webseitenbetreiber konnte gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:

1. Er kann auf einer erfolgreiche Inbound Marketing Strategie verweisen.

Er konnte das Ranking seiner Webseite verbessern, was ihm zusätzlichen Traffic beschert.

Social Media Strategien: Welche Schlussfolgerungen ergeben sich für Webseitenbetreiber?

Soll eine Social Media Strategie von Erfolg gekrönt sein, müssen verschiedene Ziele konsequent verfolgt werden.

  • Wo ist meine Zielgruppe? Wie baue ich eine Community auf?

Zunächst einmal muss man seine Zielgruppe definieren und sie genau unter die Lupe nehmen. Fragen wie

  • Wo kommuniziert und informiert sich meine Zielgruppe? Auf welche Netzwerke und Kommunikationsebenen sollte man setzen?
  • Welche Inhalte, welche Sprache und welche Ansprache sind relevant?
  • Alter, Ausbildung, Lebenssituation meiner Zielgruppe?

Erst dann, wenn man seine Zielgruppe kennt, gelingt der Aufbau einer Community.

2. Die Community “bei Laune” halten mit immer neuen qualitativ hochwertigen Inhalten

Die Pflege und der beständige Ausbau der Community über Social Media Channels. Je besser die Inhalte und je regelmäßiger Inhalte über bekannte Kanäle veröffentlicht werden, umso schneller wächst die Fangemeinde. Toller Content wird gerne weiterempfohlen und findet auf eine ganz natürliche Weise seinen Weg. Mit Inhalten, die aus der Masse herausstechen, kann man gleich mehrere Ziele realisieren: Die Community bzw. die Follower bleiben bei der Stange. Die “Fangemeinde” wächst beständig an. Das von Google gewünschte natürliche Linkbuilding vollzieht sich ganz automatisch. Die Klickrate steigt – je besser die Inhalte umso besser das Ranking der Webseite in den natürlichen Suchergebnissen bei den Suchmaschinen Google & Co., die den Quellen von gutem Content ständig auf der Spur sind. Die Social Signals sind für die Suchmaschinen wichtige Hinweise auf die Qualität der Inhalte.

3. Social Media Aktivitäten sind immer auf dem Prüfstand

Ein regelmäßiges Reporting, nachsteuern bei der Content-Strategie, das Ausprobieren anderer Social Media Channels: Social Media Aktivitäten sind grundsätzlich immer auf dem Prüfstand. Optimierungspotential ist immer vorhanden. Wichtig ist, dass man am Ball bleibt. Social Media muss Spaß machen und darf niemals lästig werden. Wer neue Inhalte nur unregelmäßig veröffentlicht, wer Fragen unbeantwortet lässt, für den kann Social Media schnell kontraproduktiv werden. Auch können Social Media Präsenzen derart optimiert werden, dass sie selbst ranken – beispielsweise zum eigenen Brand. Hinzu kommt, dass die Suchfunktion innerhalb sozialer Netzwerke einem eigenen Algorithmus unterliegt, der mit gutem Content, einer treuen Community und einer klaren inhaltlichen Strukturierung beeinflusst werden kann.

Auswirkungen von Social Signals auf den Algorithmus von Google & Co.

Heiß diskutiert werden die tatsächlichen Auswirkungen von Social Signals auf den Algorithmus von Google & Co. Von Fall zu Fall sind die Auswirkungen sehr gering. Das liegt oft schlicht und ergreifend daran, dass Google auf die Daten der Netzwerke nicht oder nur sehr begrenzt zugreifen kann. Während Google auf Google+ vollumfänglich zugreifen kann und selbstverständlich auch Zugriffe und Nutzerverhalten auf YouTube Kanälen realisiert, kann die Suchmaschine bei Facebook nur wenige öffentliche Daten mit teilweise geringer Relevanz und Aussagekraft einsehen. Kanäle, auf die Google wenig oder keinen Einfluss hat oder deren Daten wenig Aussagekraft haben, werden auch künftig keine zentralen Rankingfaktoren sein. Oft ändern sich auch die Einsichtmöglichkeiten der Suchmaschinen im Laufe der Zeit. Der direkte Einfluss sozialer Netzwerke auf das Google Ranking dürfte also begrenzt sein, wenngleich Experten davon ausgehen, dass vor allem Google diesen Bereich nach und nach erschließen möchte. Damit wird auch der Einfluss von Social Signals steigen. Anders sieht es aus mit den indirekten Auswirkungen von Social Networks (Traffic, natürliches Linkbuilding, hochwertige Inhalte, …) – diese werden sehr wohl von Google registriert und fließen nach und nach in das Ranking mit ein. “Dran bleiben!” heißt die Devise. Suchmaschinenoptimierung entwickelt sich permanent weiter.

Positive Ranking durch Social Media Activities sollte nur ein angenehmer Nebeneffekt sein

Ein positives Ranking durch Social Media Activities sollte immer nur als ein angenehmer Nebeneffekt wahrgenommen werden. Schließlich sollte es immer primär darum gehen, die eigene Zielgruppe mit hochwertigen Inhalten zu erreichen. Content Marketing ist ohnehin keine kurzfristige Maßnahme, sondern eine langfristig ausgelegte ganzheitliche Strategie. In diesem Sinne ist Social Media ein wichtiges Element eines übergreifenden Marketingplans, das geeignet ist, die Reichweite meiner Botschaften zu erweitern.

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